10.
Damon sah in Sarahs Gesicht hinunter. Sie bot einen wunderschönen Anblick, als sie mitten auf seinem Bett lag und schlief. Er stand schon seit einiger Zeit da und lehnte an der Wand, um über ihren Schlaf zu wachen. Sie zu beschützen. Das klang ziemlich albern und melodramatisch, wenn man bedachte, dass sie diejenige war, die eine Waffe trug und eine gründliche Ausbildung absolviert hatte, aber das Wachen über sie erschien ihm so notwendig wie das Atmen.
Woher waren fast über Nacht derartig starke Gefühle gekommen? Konnte ein Mann so schnell tiefe Liebe für eine Frau empfinden? Sie war alles, was er sich jemals ausgemalt oder erträumt hatte, und noch viel mehr. Wie hätte jemand Sarah nicht lieben können, Sarah mit ihrem Mitgefühl, ihrer Toleranz und ihrem Verständnis? Die Leute hier in der Stadt lagen ihr wirklich am Herzen. Irgendwie schienen ihre intensiven Empfindungen auf ihn abzufärben.
Sie hätte tot sein können. Dieser Gedanke traf ihn wie ein Schlag in die Magengrube. Wieder einmal fragte er sich, wie es wohl möglich war, so viel für einen Menschen zu empfinden, den er erst so kurze Zeit kannte. Sein ganzes Leben lang hatte er seine Mitmenschen kaum wahrgenommen, ganz zu schweigen davon, dass er sich um sie gesorgt hätte. Wieso hätte ihm das Leben anderer am Herzen liegen sollen? Aber von dem Moment an, als er gehört hatte, wie der Wind ihren Namen flüsterte, hatte er tief in seinem Innern gewusst, dass Sarah sein Leben für alle Zeiten verändern würde.
Ihre gemeinsamen Spaziergänge, die Aufenthalte am Strand oder die Geheimnisse, die sie sich abwechselnd in seinem und in ihrem Haus flüsternd anvertraut hatten, ja, sogar die Stunden, die sie gemeinsam mit ihrer Familie verbracht hatten - all das hatte seine Gefühle für sie noch stärker werden lassen.
Sarah schlug die Augen auf und das Erste, was sie sah, war Damons Gesicht. Er lehnte an der gegenüberliegenden Wand und schaute sie einfach nur an. Sie konnte seinen Gesichtsausdruck deutlich sehen, unverhohlenes Verlangen, in das sich das Wissen um ihre gemeinsame Zukunft eingeschlichen hatte. Seine Gefühle waren unverfälscht und zügellos und so echt, dass ihr Tränen in die Augen traten.
Sie hielt ihm ihre Hand hin. »Steh nicht so allein dort drüben herum. Du bist nicht mehr allein und ich bin es auch nicht mehr.«
Er hörte die Verlockung, die in ihrer Stimme mitschwang, und sein Körper regte sich voller Erwartung. Trotzdem blieb er an der Wand stehen und sog ihren Anblick in sich auf. Sein Begehren spielte sich auf so vielen Ebenen ab, die nicht nur rein körperlich waren.
»Das warst du doch nie, Sarah. Du bist nie wirklich allein gewesen. Du brauchst mich nicht so, wie ich dich brauche. Du hast eine Familie, auf deren Liebe und Wärme und Unterstützung du immer zählen konntest. Ich dagegen habe mir nie Gedanken über den Wert von Angehörigen und bedingungsloser Zuneigung gemacht. Einen Tag gemeinsam mit jemandem zu verbringen, aus dem man sich etwas macht, ist alles Gold auf Erden wert. Das wusste ich jedoch nicht, bevor ich dir begegnet bin.«
Sie setzte sich auf und musterte ihn mit ihrem kühlen Blick, um sich ein Urteil zu bilden. Und ihr gefiel, was sie sah. Damon wusste nicht, warum, aber er konnte es ihr deutlich ansehen. »Wenn das so ist, bin ich froh, dass ich dir ein solches Geschenk machen konnte, Damon. Meine Familie ist mein kostbarster Schatz auf Erden.«
Er nickte. Wie es wohl sein würde, morgens aufzuwachen und Tag für Tag ihre Stimme zu hören? Ihre Stimme enthielt immer eine Liebkosung, die er auf seiner Haut spüren konnte, ganz so, als streichelte sie ihn. »Und du bist mein kostbarster Schatz auf Erden, Sarah. Ich habe nicht einmal geahnt, dass ich so viel für einen Menschen empfinden kann.«
Sarah lächelte. Es war ein ganz besonderes Lächeln, das ausschließlich ihm vorbehalten zu sein schien. Es ließ ihr Gesicht strahlen und ihre Augen leuchten, aber dazu kam noch, dass dieses Lächeln etwas in ihm entfachte und eine undefinierbare Glut in seinem Innern nach sich zog. »Du hast mich zum Leben erweckt, Sarah. Durch dich hat mein Leben erst richtig begonnen. Bevor ich dir begegnet bin, führte ich eine bloße Existenz, ein unausgefülltes Dasein, aber gelebt habe ich nicht.«
»Oh, doch, Damon, du hast gelebt. Du bist brillant. Die Dinge, die du dir ausgedacht hast, haben unsere Welt zu einem sichereren Ort gemacht. Ich sehe doch, wie sich dein Gesicht aufhellt, wenn du mir von neuen Ideen erzählst, die dir durch den Kopf gehen, und dir die Chancen ausrechnest, sie in die Praxis umzusetzen. Das ist Leben.«
»Ich hatte nur meine Ideen und sonst gar nichts.« Er richtete sich plötzlich auf, stieß sich von der Wand ab und kam auf sie zu. Auf seinen Zügen drückte sich Zuversicht aus. »So bin ich entkommen. Ich bin in mein eigenes Gehirn geflohen und habe bei den Ideen, die ich dort finden konnte, Zuflucht gesucht.« Er fuhr mit einem Finger den klassischen Schnitt ihres Gesichts nach, ihre hohen Wangenknochen, ihren üppigen Mund. »Zieh deine Bluse aus, Sarah. Ich will dich sehen.«
Eine schwache Röte stahl sich in ihre Wangen hinauf, doch ihre Hände legten sich auf die winzigen Perlmuttknöpfe ihrer Bluse und machten sich langsam ans Werk. Der Atem stockte in seiner Kehle, als er ihr zusah. Sarah versuchte nicht, sexy zu wirken. Nichts an ihr war aufgesetzt, und doch war sie so sexy wie kein anderes Geschöpf, das er jemals gesehen hatte. Ihre Bluse sprang immer weiter auf und legte zunehmend mehr von ihrer hellen Haut frei. Ihre weiblichen Rundungen waren dazu angetan, einen Mann zu bezaubern.
Ihre Brüste waren mit zarter weißer Spitze bedeckt. Sarah stand auf und blieb ganz dicht vor ihm stehen. Damon spürte, wie ihn Glut durchströmte und ein Blitzstrahl durch seinen Körper zuckte. Sein Blut schien dicker zu werden und floss nur noch träge. Er war nahezu schmerzhaft erregt, doch er hieß diesen Schmerz willkommen und kostete die Intensität seines Verlangens aus.
»Du bist wunderschön, Sarah. Ich kann immer noch nicht glauben, dass ich aus der Hölle auf Erden direkt ins Paradies gelangt bin.«
Sie streckte die Arme nach ihm aus. »Das stimmt doch alles gar nicht, Damon. Ich bin nicht wirklich schön, selbst dann nicht, wenn man die Phantasie bis an ihre Grenzen strapaziert. Ich bin noch nicht einmal annähernd schön. Und ein Leben mit mir wäre keineswegs paradiesisch. Ich nehme kein Blatt vor den Mund und ich habe sehr klare Vorstellungen davon, was ich will.«
Mit erlesener Zärtlichkeit senkte er den Kopf und sein Mund suchte ihre Lippen. Einen Moment lang waren sie beide gemeinsam verloren, von der Magie, die sie ergriffen und aus dem Raumzeitkontinuum hinausgeschleudert hatte. Als Damon den Kopf hob, um Sarah anzusehen, war sein Blick voller Verlangen und besitzergreifend. »In meinen Augen bist du wunderschön, Sarah. Ich werde dich nie anders sehen. Und du hast insofern Glück, als auch ich reichlich stur bin und niemals ein Blatt vor den Mund nehmen würde. Daher finde ich diese Eigenschaften bewundernswert.«
»Das ist wirklich ein Glücksfall«, murmelte sie und senkte die Lider. Sie ließ ihren Kopf in den Nacken fallen, als er sie enger an sich zog und sein Mund durch die weiße Spitze warme, feuchte Luft auf ihre Brustwarze hauchte. Ihre Arme schlangen sich um seinen Hals, als sie sich ihm entgegenwölbte und die reinste Versuchung darstellte. Es schien ihm, als verspräche sie ihm den Himmel.
Sein Mund war heiß und feucht, als seine Lippen sich um ihre Brust schlossen. Glut breitete sich nicht nur in ihrem Körper aus, sondern gleichermaßen auch in seinem. Sarah gab sich vollständig dem sinnlichen Genuss hin, als seine Zunge über ihre Brustwarze tanzte, sie neckte und seine Lippen durch die weiße Spitze fest an ihr sogen. Er ließ sich Zeit für eine ausgiebige, gemächliche Erkundung und setzte seine Fingerkuppen ein, wie es ein Blinder getan hätte, um jede Wölbung und jede Mulde zu erforschen und sie seinem Gedächtnis einzuprägen.
Sarah versank in ihrem Sinnestaumel und glaubte darin zu ertrinken. Sie konnte sich nicht erinnern, den Bund ihrer Jeans aufgehakt oder den Reißverschluss runtergezogen zu haben, doch ihr Spitzen-BH war längst auf den Fußboden geschwebt und irgendwie war es Damon gelungen, die Jeans über ihre Hüften zu streifen. Benebelt vor Verlangen ließ sie ihre letzten Hüllen fallen.
Er war nie in Eile, selbst dann nicht, als sein Mund ein weiteres Mal mit ihren Lippen verschmolz und sie versuchte, ihm das Hemd von den breiten Schultern zu reißen, damit sie seine Haut auf ihrer fühlen konnte. Er war geduldig und gründlich und wild entschlossen, ihren Körper ganz genau kennen zu lernen und jeden verborgenen Auslöser zu finden, der sie vor Lust vergehen ließ. Seine Hände glitten über sie, fanden die Schatten und die Mulden und fuhren liebevoll ihre Rippen nach. Er ließ zu, dass Sarah ihm die Kleidung vom Leib riss. Fast schien es sogar, als bemerkte er es gar nicht, denn er ging vollständig in seiner Verwunderung auf und konnte nicht fassen, dass er ihr solche Lust bereitete. Er liebte die keuchenden Laute und die gedämpften Schreie, die tief aus ihrer Kehle aufstiegen.
Sarah. Sie reagierte so heftig und war so empfänglich für ihn, und sie enthielt ihm nichts vor. Er hätte sich denken können, dass sie eine großzügige Geliebte sein würde, die vollständig mit ihm verschmolz und ihm unendlich viel gab. Ihr selbstloses Geschenk weckte in ihm nur den Wunsch, ebenso großzügig zu sein. Zum ersten Mal waren ihm seine Narben nicht peinlich und er versuchte gar nicht erst, sie zu verbergen. Als ihre Fingerspitzen seine Narben zart berührten, widerstrebte es ihm nicht und er schreckte auch nicht vor den grässlichen Erinnerungen an Folter und Mord zurück. Sarah besänftigte seinen Körper, streichelte seine Haut und erregte ihn noch mehr, da sie begierig darauf war, ihn zu berühren, denn sie verzehrte sich so glühend nach ihm, wie er sich nach ihr sehnte.
Er ließ sie langsam auf das Bett sinken und folgte ihr sogleich. Ihr Gesicht war wunderschön, als sie zu ihm aufblickte. Er küsste ihre Augen, ihre Nasenspitze und ihre Mundwinkel.
Überall, wo er sie berührte, entflammte sie für ihn. Sarah wunderte sich über die unglaubliche Intensität dieser Glut. Damon ließ sich Zeit und hatte so gar keine Eile, doch sie ging bereits in lodernden Flammen auf und konnte es nicht erwarten, ihn in sich zu spüren. Sie hörte ihre eigene Stimme, ein leises Flehen um Gnade, als seine Lippen über ihren Nabel und von dort aus tiefer nach unten glitten. Seine Hände bewegten sich mit großer Selbstsicherheit und fanden die Innenseiten ihrer Schenkel und die feuchte Glut, die ihn zwischen ihren Beinen erwartete.
"Damon.« Es gelang ihr nur mit Mühe, seinen Namen zu hauchen. Es schien ihr dauerhaft den Atem verschlagen zu Italien. Die Luft im Zimmer war knapp.
Sein Finger stieß tief in sie, mit einer solchen Sinnlichkeit, dass sie glaubte, den Verstand zu verlieren. Sie war zu keinem vernünftigen Gedanken mehr fähig. Vielmehr vernahm sie ein lautes Tosen in ihrem Kopf, als sein Mund sie fand, sie für sich beanspruchte und ihr sein Mal einbrannte. Ihre Hüften wollten nicht stillhalten und sie wand sich unter ihm, bis seine Arme sie auf die Matratze drückten und sie dort festhielten. Sein heißer Mund ließ eine Woge der Lust nach der anderen mit der Macht des brodelnden Meeres durch ihren Körper strömen. Ihre Finger gruben sich in sein Haar, während sie sich ungehindert emporschwang und keuchend seinen Namen ausrief.
Erst jetzt ließ Damon seine Hüften zwischen ihre Schenkel gleiten und legte sich auf sie. Sein Glied war dick und hart und schmerzte vor Verlangen. Er stieß tief in sie und seine Stimme war heiser, als ihn die Lust vollständig umfing und er aufschrie. Sie war heiß und feucht und eng, eine samtene Faust, die sich um ihn schloss und so feurig zupackte, wie er es noch nie erlebt hatte. Sarah. Die magische Sarah.
Er begann sich zu bewegen. Ohne jede Eile. Weshalb hätte er beim ersten Mal mit Sarah etwas überstürzen sollen? Er wollte, dass der Moment endlos dauerte, dass er sich für beide bis in alle Ewigkeit hinzog. Er begeisterte sich dafür, ihr ins Gesicht zu sehen, während sie sich gemeinsam bewegten, sein Körper tief in sie stieß und ihr Körper ihn aufnahm, ihn in ihr geheimes Heiligtum vordringen ließ, das Glut und Wonne für ihn bereithielt. Ihre Hüften wölbten sich ihm entgegen, passten sich seinem Rhythmus an und neigten sich, um ihn bei jedem Stoß tiefer aufzunehmen, denn sie wollte ihn ganz und gar in sich spüren. Sie wünschte sich diese Besitznahme ebenso sehr wie er.
Die Glut nahm ständig zu und das Feuer loderte immer heftiger. Er hatte sich vollständig in der Gewalt, war sich seiner selbst sicher und schwelgte im Bewusstsein seiner Selbstbeherrschung. Doch von einem Moment auf den nächsten wurde ihm die Lust beinah unerträglich und traf ihn mit einer immensen Wucht. Seine Stimme schwoll gemeinsam mit ihrer an und beide verbanden sich in vollendeter Harmonie.
Er konnte die Nachbeben spüren, die sie erschütterten. Sie spannte sich enger um ihn herum und brachte beide noch näher zusammen. So lagen sie gemeinsam da und wagten es nicht, sich zu rühren. Sie wären auch gar nicht dazu in der Lage gewesen, denn ihre Herzen klopften heftig und ihre Lungen verzehrten sich nach Luft. Die Seeluft war eine laue Brise, die sanft mit dem Fenster umsprang und beschwichtigende Laute flüsterte, während das Meer ihnen mit seiner tosenden Brandung ein Ständchen brachte.
Damon fand Frieden. Sarah lag in seinen Armen und zog sich ab und zu gerade weit genug hoch, um einen Kuss auf seine Brust zu hauchen und ihre Zunge über eine seiner Narben gleiten zu lassen. Jedes Mal, wenn sie eine Narbe nachfuhr, spannte sich sein Körper an und sie reagierte darauf mit einem weiteren Nachbeben. Sie waren so eng miteinander verbunden und so vollständig verschmolzen, dass er nicht hätte sagen können, wo er aufhörte und wo sie anfing.
»Bleib für den Rest des Tages bei mir, Sarah. Bleib die ganze Nacht. Wir können tun, was du willst, solange du bloß bei mir bleibst.« Er zog sich auf seine Ellbogen, um den größten Teil seines Gewichts von ihr zu nehmen. Sie hob eine Hand, um die Konturen seines Gesichts nachzufahren. »Ich wüsste keinen Ort, an dem ich lieber wäre, und niemanden, mit dem ich meine Zeit lieber verbrächte.«
»Fragst du dich eigentlich, warum deine Wahl ausgerechnet auf mich gefallen ist? Ich habe längst aufgehört, mir diese Frage zu stellen. Ich nehme es einfach hin. Und du glaubst nicht, wie dankbar ich dafür bin, Sarah.«
»Ich habe dich gesehen und ich wusste es sofort. Wer kann schon sagen, warum zwei Herzen zusammengehören? Ich stelle mir diese Frage auch nicht, Damon. Ich bin nur dankbar dafür, dass das Tor für dich aufgeschwungen ist.« Sie lachte, weil ihr plötzlich etwas Lustiges einfiel. »Aber ich bin durchaus auf den Gedanken gekommen, dass du mich vielleicht nur verführt hast, weil du hinter das Geheimnis des Konservierungsmittels in der Farbe kommen willst.«
Er verschlang seine Finger mit ihren und bog ihre Arme über ihren Kopf. »Die Idee schien mir gut zu sein. Vielleicht schaffe ich es demnächst, mit dir zu reden, während wir uns lieben, und dann gelingt es mir, dir das Geheimnis zu entreißen.«
»Ein guter Plan. Es könnte sogar klappen, vorausgesetzt, ich brächte verständliche Worte heraus, während du mich liebst.« Sie schnappte nach Luft, als sich sein Kopf auf ihre Brust senkte. »Damon.« Ihr Körper war überreizt, aber der Glut seines Mundes wölbte sie sich trotzdem entgegen.
»Es tut mir leid, aber du siehst so unglaublich verführerisch aus, dass ich nicht widerstehen konnte. Was hältst du davon, ohne einen Faden am Leib hier liegen zu bleiben, während ich dir eine Mahlzeit koche? Ich bin nicht sicher, ob ich es ertragen könnte, wenn du gleich wieder in deine Kleider schlüpfen würdest.« Seine Zähne glitten über ihre Brust und seine Zunge streichelte ihre Brustwarze.
Sarahs Körper spannte sich von Kopf bis Fuß an und jeder einzelne Muskel straffte sich. »Du willst im Ernst, dass ich einfach hier liegen bleibe und auf dich warte?«
»Dass du begierig auf mich wartest«, verbesserte er sie. »Besonders schön wäre es, wenn dein Verlangen nach mir so groß wäre, dass du mich kaum erwarten kannst. Ich hätte auch nichts dagegen, wenn du einfach nur in meinem Bett liegst und dir ausmalst, ich sei tief in dir.«
»Ich verstehe. Aber ich dachte mir, es sei vielleicht besser, wenn ich dir auf Schritt und Tritt folge, dich ansehe und dich berühre, während ich dir bei der Arbeit zuschaue. Ich könnte dich inspirieren. Mir fällt da bestimmt etwas ein.«
In ihre Stimme schlich sich ein verruchter Ton, der seinem ganzen Körper bewusst machte, wie empfänglich sie für ihn war und wie sehr sie ihm entgegenkam. Von einem Moment zum anderen wurde er steinhart vor Verlangen. Damon sah, wie sich ihre Augen vor freudigem Erstaunen weiteten. Das Begehren hatte beide neuerlich gepackt und ließ sie in Wonnen schwelgen. »So habe ich nie für eine andere Frau empfunden, Sarah.«
»Für einen Mann, der viel Zeit in einem Labor verbracht hat, kennst du dich mit Frauen erstaunlich gut aus«, hob sie hervor. Er bewegte sich mit dieser erlesenen Langsamkeit in ihr, die er dazu einsetzte, sie um den Verstand zu bringen. Dabei spielte es gar keine Rolle, wie oft sie an den Rand des Wahnsinns gelangte, denn Damon bewegte sich mit nahezu nachtwandlerischer Sicherheit und schien immer ganz genau zu wissen, was sie brauchte. Und was sie wollte.
»Ich kann in deinem Gesicht und in deinem Körper lesen wie in einem Buch«, sagte er. »Das begeistert mich, Sarah. Du enthältst mir nichts vor.«
»Weshalb sollte ich das tun?« Weshalb sollte sie sich zurückhalten, wenn die Belohnung für ihre Offenheit so groß war? Wenn Damon der Mann war, den das Schicksal als ihre große Liebe auserkoren hatte, als ihren besten Freund und Partner, dann würde sie bereitwillig alles annehmen, was er ihr zu geben hatte.
Sarah liebte den Klang seiner Stimme und seine durchdachte, intelligente Annäherung an jedes Thema. Und sie liebte seine uneingeschränkte Aufrichtigkeit. Auch darin, wie er sie liebte, zeigte sich diese schonungslose Ehrlichkeit. Er gab sich ihr selbst dann ganz und gar hin, wenn er sie in Besitz nahm. Und seine Besitznahme konnte sie tief in ihrer Seele fühlen. Er besaß diese geduldige Gründlichkeit, und als seine Erregung nicht mehr zu steigern war, wurde sein Körper zu einer treibenden Kraft. Er stieß fest und schnell zu und sorgte dafür, dass sie sich beide über dem Meer in die Lüfte erhoben und im freien Fall durch Raum und Zeit sausten.
Damon hielt sie in seinen Armen und schmiegte sich dicht an sie, denn er wollte die Nähe zwischen ihnen so lange wie möglich aufrechterhalten. Für den Moment waren sie vollständig übersättigt und erschöpft. Sie konnten nur mit Mühe atmen, und doch verspürten sie das Gefühl von absolutem Frieden. »Sarah.« Er flüsterte ihren Namen und es war mehr als alles andere eine Huldigung.
»All diese Dinge, die du für mich empfindest«, sagte sie und kuschelte sich enger an ihn, »empfinde ich auch für dich. Ich wollte genauso wenig wie du einen anderen Menschen in meinem Leben haben. Manchmal ermüdet es mich, Leuten einen Teil von mir zu geben, aber es bleibt mir gar nichts anderes übrig. Ich finde immer wieder Orte, an denen ich sicher bin. Dort kann ich allein sein, mich still und leise verkriechen und eine Zeit lang untertauchen.«
»Jetzt hast du mich. Ich werde deine Zuflucht sein, Sarah. Mir macht es nichts aus, dich abzuschotten, wenn du Zeit für dich brauchst, um neue Energien aufzutanken.« Sie konnte an ihrer Schläfe fühlen, wie sich sein Mund zu einem Lächeln verzog. »Ich hatte noch nie Probleme damit, Leute herumzukommandieren. Mir hat es nur immer Schwierigkeiten bereitet, mit anderen zu kommunizieren. Sie haben nie verstanden, wovon ich rede, und das hat mich dann fast um den Verstand gebracht. Wenn man eine Idee hat, die vollkommen klar ist und von der man genau weiß, dass sie durchführbar ist, dann braucht man manchmal jemanden, mit dem man darüber reden kann. Aber in diesen Momenten gab es nie jemanden.«
Sarah küsste seine Fingerspitzen. »Du kannst mit mir über jede Idee reden, Damon, die dir durch den Kopf geht. Ich bewundere dich.« Ein Lächeln war aus ihrer Stimme herauszuhören. »Und ich kann blendend mit anderen kommunizieren. Das braucht dir also nie mehr Sorgen zu bereiten.«
»Das ist mir schon aufgefallen«, sagte er. »Da wir gerade von Kommunikation reden - ich habe dafür gesorgt, dass die Vorhänge sich nicht heimlich öffnen können. Ich habe sie mit Sicherheitsnadeln zusammengesteckt, nur für den Fall, dass eine deiner Schwestern beschließt, auf die Aussichtsplattform zu steigen und in das Fernrohr zu schauen.«
Sarah lachte. Genau das hatte er erwartet. »Sie wissen, dass ich bei dir bin. Und sie würden nicht in unsere Privatsphäre eindringen, wenn wir wirklich ungestört sein wollen. Sie ziehen mich nur schrecklich gern auf. Du kannst dich morgen früh auf einiges gefasst machen.«
Das störte Damon überhaupt nicht. Er schlang seine Arme enger um sie und stellte fest, dass er sich auf alles freute, was er von ihren Schwestern zu erwarten hatte, selbst dann, wenn es Seitenhiebe waren.